Gesamtschule Am Berliner Ring


Seit August 2019 hat die Gesamtschule Berliner Ring in unmittelbarer Nähe zum OHG erfolgreich ihren Betrieb aufgenommen. Im Sinne des Gedankens eines Bildungs-Campus „Berliner Ring“ sind das OHG und die GBR enge Kooperationspartner.

Die Partnerschaft konkretisiert sich in den folgenden fünf Bereichen:


Interview mit Tutorinnen des TiGa-Projekts

Befragt wurden Angelina, Manal, Melek, Azra, Nina und Rania. Angelina ist Schülerin der Q2 und seit dem Sommer 2019 als Tutorin dabei, die anderen Schülerinnen sind in der EF und arbeiten seit diesem Schuljahr 2020/21 als Tutorinnen. Die Fragen stellte Frau Heintz.

Was sind die besonderen Herausforderungen an euch als Tutorinnen?

Angelina (Q2): Zu Beginn war ich – wie wahrscheinlich jede oder jeder – eher nervös und aufgeregt, da es eine neue Erfahrung ist und ich nicht voraussehen konnte, wie alles wird. Ich wollte mich als „nützlich“ erweisen und die Kinder individuell fördern. In dem Zusammenhang ist „fördern“ vielleicht eher ein falscher Begriff, zumal das TiGa-Projekt in dem Sinne keine Nachhilfe ist, sondern eine Unterstützung, die allen Fünft- und Sechstklässlern geboten wird. Eine besondere Herausforderung ist unter anderen einzuschätzen, wie weit ein Kind in einem bestimmten Fach ist und inwiefern es in diesem üben muss. Denn meist tendiert es dazu, Aufgaben in dem Fach zu machen, das es ohnehin schon gut beherrscht.

Manal (EF): Ich fand es vor allem am Anfang schwierig mit den unterschiedlichen Charakteren der Schüler zurechtzukommen. Manche sind ganz ruhig, andere fordern einen heraus und sind respektlos. Ich musste mir in der ersten Stunde auch Unterstützung von einer Lehrerin der GBR holen. Danach ging es aber besser und inzwischen läuft alles harmonisch.

Rania (EF): Auch die Kinder zu motivieren, ist manchmal schwierig. Als meine Lerngruppe und ich uns besser kennengelernt haben, hat sich das aber sehr verbessert.

Das klingt nach anspruchsvoller Arbeit. Im Normalfall ist in den TiGa-Stunden ja immer auch eine Lehrkraft der GBR zur Not da, die man hinzuholen kann. Habt ihr sonst noch Unterstützung?

Angelina (Q2): Es werden den Tutoren durch verschiedene „Seminare“ nähergebracht, wie man in gewissen Situationen umzugehen hat und spielerisch Inhalte erarbeiten kann.

(Anmerkung: In diesem Schuljahr fiel die Einführungsveranstaltung für die Tutoren coronabedingt aus. Allerdings gibt es auf Iserv Lernmodule, die die Tutoren digital zur Einführung in TiGa bearbeiten sollten.)

Was nehmt ihr Positives aus eurer Tätigkeit als Tutorinnen mit?

Melek (EF): Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt. Durch den Rollenwechsel – ich bin ja sozusagen die Lehrerin - lernt man Verantwortung zu übernehmen.

Azra (EF): Ich freue mich, wenn die Schüler durch meine Art, etwas zu erklären, Lerninhalte verstehen und mit glücklichen Gesichtern sagen, dass ihnen endlich mal jemand etwas nicht so kompliziert erklären konnte.

Angelina (Q2): Ich nehme verschiedene Dinge mit. Auf der einen Seite sind es die lustigen Momente, wenn die Kinder einem zum Lachen bringen und ich mich irgendwo an meine eigene Schulzeit zu Beginn der weiterführenden Schule erinnere. Zum anderen lernt man wirklich empathisch zu sein, sich in die Kinder hineinzuversetzen und kreativ zu werden. Ich habe z. B. auf memrise für ein Kind selber Vokabeln erstellt, damit es optimal für seinen Vokabeltest vorbereitet war.

Benutzt ihr in den TiGa-Stunden also auch die Ipads?

Angelina (Q2): Ja, zu Beginn mag es für manche Tutoren ungewohnt sein, wie digitalisiert die GBR ist, zumal alle Schüler ein Ipad nutzen, das mit dem Lernprogramm DiLer (Abkürzung für: Digitales Lernen) ausgestattet ist. Dieses ermöglicht den Fortschritt jedes Schülers und die aktuellen Lerninhalte einzusehen. Zwar sollte man in den TiGa-Stunden mit den Kindern an Wiederholungen und Hausaufgaben arbeiten, aber es kann trotzdem nützlich sein, in DiLer reinzuschauen, um beispielsweise herauszufinden, wann ein „Lernnachweis“, also eine Art Klassenarbeit, geschrieben wird oder mit welchem Thema sich die Schüler derzeit auseinandersetzen.

Gibt es „Highlights“ in eurer bisherigen Tutorentätigkeit?

Melek (EF): Zum Beispiel hat ein Schüler mir mal „Danke“ gesagt. Er hatte eine gute Note in einem Test geschrieben. Ich habe mich mit ihm gefreut. Auch wenn die Kinder mir von ihren Problemen erzählen und ich Ratschläge geben kann, fühlt sich das gut an. 

Rania (EF): In einer Stunde habe ich mit den Kindern Mathespiele gespielt. Die Atmosphäre war ein bisschen lockerer, wir haben uns unterhalten und sind uns nähergekommen. Insgesamt macht es einfach Spaß, wenn man merkt, dass man andere unterstützen kann.

Welchen SchülerInnen würdet ihr die Mitarbeit als Tutor*innen am TiGa-Projekt empfehlen?

Rania (EF): Man sollte Interesse an Kindern haben und Geduld haben. Ich finde es auch wichtig, selbstbewusst zu sein und offen auf die Kinder zugehen zu können.

Nina (EF): Man braucht Kraft und Energie, um sich durchsetzen zu können, und Ruhe, um sich nicht verunsichern zu lassen.

Azra (EF): Empathisch zu sein ist auch wichtig. Was uns einfach erscheint, ist für ein Kind aus der Klasse 5 oder 6 vielleicht etwas ganz Neues.

Angelina (Q2): Flexibel sein zu können schadet auch nicht und Alternativen finden zu können, wenn z. B. ein Kind angeblich keine Aufgaben mehr hat.

 

Vielen Dank für eure Antworten und weiterhin viel Freude beim TiGa-Projekt!

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