60-Minuten-Modell

Zu Beginn des Schuljahres 2011/12 wurde am Otto-Hahn-Gymnasium die 60-Minuten-Schulstunde eingeführt, die eine sinnvolle Ergänzung des Lehrer-Raum-Prinzips ist und von der bisher nur Positives berichtet wurde. Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand:

Werden am Vormittag nur noch maximal fünf Fächer unterrichtet, so freuen sich vor allem die jüngeren Schüler über weniger Bücher in ihren Schultaschen, die durch G8 bedingten höheren Wochenstundenzahl wird abgemildert und zudem bedeuten weniger Fächer auch weniger Hausaufgaben.

Des Weiteren entfällt nun auch die ungeliebte siebte Stunde, die in der Sek I fast täglich unterrichtet wurde und die wegen der ab Februar 2011 vorgeschriebenen Mittagspause von 60 Minuten in den Nachmittag (bisher 13:15 bis 14:00 Uhr; ab Februar 14:10 bis 14:55 Uhr) hineingeschoben worden wäre.

Die sinnvolle Erweiterung der Unterrichtsstruktur von 15 Minuten eröffnet neuen Spielraum für handlungs- und produktionsorientierten Unterricht. Früher wurden oft Auswertungsphasen von z.B. Gruppenarbeiten oder Diskussionen zu einem erarbeiteten Thema durch den Gong abgeschnitten. Auch die Naturwissenschaften profitieren von der Verlängerung. Die Versuchsabbauten mussten früher oft in den Pausen stattfinden, was sowohl für die Lehrkraft als auch für die Schüler eine Belastung darstellte.

Nun bleibt in allen Fächern genügend Raum für Organisation, Auswertung und Feedback. Natürlich wird die zusätzliche Zeit nicht als bloße Verlängerung der Unterrichtseinheit angesehen, vielmehr wurde der Unterrichtsstil an die längere Schulstunde angepasst, so wird zusätzlich selbständiges Arbeiten gefördert.

Auch die Klassenarbeiten von weiterhin 45 Minuten sind jetzt entspannter, da von der reinen Bearbeitungszeit keine Zeit mehr fürs Verrücken der Tische und das Verteilen der Aufgabenblätter verloren geht.

Kritischer standen die Fremdsprachenlehrer dem 60-Minuten-Modell gegenüber, weil sie die Lerngruppe in diesem Fall seltener sehen und so weniger Wiederholungsphasen stattfinden, aber auch hier gibt es mittlerweile viele Befürworter des Systems, da im Kollegium eine hohe Bereitschaft zur Anpassung an das Modell herrscht.

Unterm Strich profitieren also alle von dem Modell, das weniger Raum-, Stunden- und Lehrerwechsel mit sich bringt und so für mehr Ruhe auf den Gängen und im Unterricht sorgt. Kurz: Die Meisten möchten die volle Unterrichtsstunde nicht mehr missen!