Wenn die Mücke zum Mörder wird

„ Och schau mal wie süß der guckt, das arme Tier, lass ihn uns doch mitnehmen.“ – Schon mal gehört? Ja? Das wäre auch kein Wunder, denn so oder so ähnlich denken viele über die Hunde in Spanischen, Griechischen oder Italienischen Zwinger, die zusammengepfercht leben und ja ach so traurig dreinblicken.


Dass der quick fidel wirkende Hund eventuell mit zehn oder mehr Krankheiten infiziert sein könnte, daran denken nur die wenigsten bei der Adoption eines solchen Hundes, von denen 20.000 allein in Deutschland leben.
Zu Hause angekommen geht das Drama dann erst los – das günstig neu erworbene und direkt in’s Herz geschlossene Familienmitglied beginnt zu lahmen, leidet an Durchfallerkrankungen und die Ohrränder des Tieres beginnen einzureißen. Spätestens jetzt sollte für den Tierarzt die Diagnose klar sein – Leishmaniose.
Vektoren, das heißt Überträger der Krankheit, sind Sandmücken, so erklärte es Prof. Dr. Norbert Mencke , Facharzt für Parasitologie der Bayer Animal Health GmbH den Biologie Leistungskursen von Frau Sudmann, Herrn Nahmacher und Frau Auth.
Unter dem Thema „Infektionskrankheiten bei Tier und Mensch“, passend zum momentanen Thema „Parasiten“ der Kurse, hielt Dr. Mencke einen einstündigen Vortrag, bei dem es so manchen anfing auf der Haut zu jucken.
Anhand der Leishmaniose sprach der Fachmann für Global Marketing über das Risiko einen Vierbeiner aus dem Mittelmeerraum zu importieren, da nicht nur diese Krankheit für das Tier tödlich enden kann, sondern auch andere, welche zum Teil auf den Menschen übertragbar sind.
Neben der eigentlichen Erklärung, wie die Sandmücke die Leishmaniose eigentlich überträgt und welche Symptome sicher die Erkrankung des Hundes bedeuten, sprach der Parasitologe außerdem über die globale Erwärmung, welche eine Ansiedlung der Sandmücke nach Deutschland in den kommenden Jahren nicht immer wahrscheinlicher werden lässt.
Eins ist nach diesem Vortag auf jeden Fall klar – ein Hund aus mediterranen Gebieten zu retten ist kein Problem, wenn man ihn wirklich gut untersuchen lässt, lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.