Europatag 2016

Unterwegs in Europa – Angekommen – aufgenommen – herzlich willkommen?!

Viele Menschen sind in Europa und an den Grenzen Europas unterwegs. Viele scheitern an der ‚Festung Europa‘, andere betreten die europäische Ländergemeinschaft und kommen an ein (erstes) Ziel. Und nun? Neue, unerwartete, ganz andere Probleme – für die, die ankommen wollen und für die, die aufnehmen.

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Die Flüchtlingsthematik hat in diesem Jahr (am 9. Mai 2016) die Schüler der Oberstufe im Besonderen beschäftigt. Durch Tagesprojekte wie „Bloß weg!...aber wohin? – Wenn ein Mensch fliehen muss“ der Friedrich-Ebert-Stiftung oder „Destination Europe – zur Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU“ des CIVIC-Instituts sowie Workshops und Gesprächskreisen mit Themen wie „Europäische Nachbarschaftspolitik: Fluchtursachen bekämpfen“ oder „Zukunftswerkstatt: Festung Europa vs. Offenes Haus“ (in Zusammenarbeit mit dem IPZ, dem Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit in Hürth) wurden die Schülerinnen und Schüler der Sek. II in die aktuelle Diskussion, die Deutschland, Europa und die Welt beschäftigt, eingebunden und aufgefordert, Wissen einzubringen, zu erweitern und eine Meinung auszubilden. Dass hierbei „viel und anders diskutiert [wurde], was im Unterricht so meistens nicht möglich ist“, empfanden viele EF- und Q1-Schüler als positiv und meldeten zurück, dass sie „durch die Podiumsdiskussion einen recht direkten Einblick in das innerpolitische Geschehen erhalten“ hätten durch die „abwechslungsreiche[n] und informative[n] Projekte.“

„Diejenigen, die Zäune bauen, lösen damit keine Probleme, sondern verlegen sie in die Nachbarstaaten.“ Daniel Zimmermann, als Bürgermeister Monheims einer der Diskutanten der Podiumsdiskussion, stand mit dieser Meinung in der Aula nicht allein. Der Auftakt in den Europatag 2016 war ein hitziger – nicht zuletzt durch die Stimmen von Felix Banaszak (Mitarbeiter MdEP-Bündnis 90/Die Grünen) und Herbert Reul (MdEP), die zeigten, wie brisant und auch schwierig zu regeln das Thema „Flüchtlinge in Europa“ ist. Reul gab zu: „Die Ausmaße der steigenden Flüchtlingszahlen haben wir zu spät bemerkt. In der EU denken viele Mitgliedsstaaten nur an sich. Das hat dazu geführt, dass es zu einer Krise gekommen ist.“

Denken die Bürger der EU, die Europäer, denken wir tatsächlich nur an uns? Wie denken viele überhaupt über Themen wie Heimat, Flucht und Migration? Fühlen die Menschen Verantwortung oder empfinden sie Flüchtlinge als bloß finanzielle Belastung?

Die „Weltretten TV“-AG hat am Europatag 2016 eine spannende Befragung gestartet zum Thema „Angekommen – aufgenommen – herzlich willkommen?!“ und in Interviews und Befragungen von Monheimern und Lehrern des OHG eine Präsentation erarbeitet, die zeigt, welche Meinungen zur Flüchtlingsproblematik vorherrschen und auch, dass Einschätzungen über z. B. den finanziellen Aufwand für Flüchtlinge, der jegliche Dimensionen sprengen würde, Fehleinschätzungen sind .

Eine tolle Projektidee in großartiger Zusammenarbeit mit einem interessanten Ergebnis!

 D3S7111So gelungen, dass das Team rund um Dominic Siebel, unterstützt von 25 weiteren Schülerinnen und Schülern des OHG, mit seinem Projekt im Wettbewerb „Europawoche 2016: Ankommen in Europa“ vom Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW ausgezeichnet wurde und eine Siegprämie von 2000 Euro erhielt. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Schaut euch das Ergebnis selbst an unter: http://weltretten.tv/monheim/interviews/

Auch den Sek.I-Klassen durfte gratuliert werden. Die Fünft- bis Neuntklässler beschäftigten sich wie im Jahr 2015 speziell mit einem Land der EU: es gab viel zu sehen, kennenzulernen, auszuprobieren, zu staunen - und zu essen! Ginge es nach den Schülerinnen und Schülern, so würden die europäischen Länder vor kulinarischen Angeboten bersten – ein wahres „Schlaraffenland“!