Europatag 2014

Der EUROPATAG 2014

Ein Jahr später, am 16. Mai 2014, wurde es wieder besonders ‚europäisch‘ am OHG.

Spannende Stundenprojekte und spannende Diskussionen zum Thema:

Ein ver-NETZ-tes Europa- erhöhte Chancen?!“

- ein Bericht

- eine Schülerreaktion

Miteinander füreinander. Alle für einen – alle für alle? Vernetzt – verbunden – gebunden??

Homepage Europaschule Europatag 2014 Bild 1

Keine Frage: ‚Europa‘ bietet viele Vorteile und ohne das europäische Netzwerk wären bestehende Freiheiten und Möglichkeiten extrem eingeschränkt. Und doch erkennt man, wenn man sich näher mit dem Thema ‚Europa‘ auseinandersetzt, auch kritische Aspekte.

 

Angesichts der in Deutschland am 25. Mai 2014 stattgefundenen „Europawahl 2014“ richtete das OHG seinen diesjährigen Europatag, eine Woche vor der Wahl, sowohl auf die Herausbildung eines europäischen Bewusstseins jedes Einzelnen aus als auch auf die Frage nach dem Einsatz und der Zielsetzung der jeweiligen Parteien und Kandidaten der Europawahl.

Europäisches Bewusstsein – dieses zu schulen passierte auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Während drei 5. Klassen die Schule dekorativ gestalteten mit bunten Girlanden, die u.a. europäische Flaggen, Ländersymbole und europäische Regionen abbildeten, stellten die anderen zwei Klassen Buttons her, die ebenfalls „typisch Europäisches“ zeigten und auch das OHG als Europaschule miteinbezogen. Diese wurden im Laufe des „Europatages“ an die Schüler und Lehrer verteilt, die damit wiederum IHRE europäische Zugehörigkeit demonstrierten.

In den Klassen 6-9 fand – das Konzept aus dem Vorjahr hatte sich bewährt – erneut ein EU-R-O-P-A-Tag statt. Die Lehrer hatten sich für mögliche 5 Schulstunden ein Thema zu ‚Europa‘ überlegt, das mit dem jeweiligen Buchstaben der Stunde begann. „One of my favourite places in Europe“ war so z.B. das Thema in der 3. Stunde einer 6. Klasse. In einer 8. Klasse drehte sich in der 2. Stunde alles um die „Rechte für Kinder“.

Eine 9. Klasse hatte die Chance, an einem Planspiel zur Europawahl, organisiert von Planpolitik Berlin, teilzunehmen und selbst als Partei aufzutreten. Es wurden Wahlplakate erstellt, Parteiprogramme verteidigt und Interviews mit der Presse geführt – wie viel nötig ist für eine solche Wahl und wie die Strukturen im Hintergrund aussehen, darüber waren die Schülerinnen und Schüler der 9a am Ende genauestens informiert.

Ein ganz besonderes Event stellte die „U18-Wahl“ dar, die von Frau Berning mit Unterstützung einiger Achtklässler organisiert wurde. Mit dem Original zum Verwechseln ähnlich sehenden und personalisierten „Wahleinladungen“, selbst gestalteten Wahlplakaten mit lustigen Sprüchen und aufmunternden Aufrufen, am 16. Mai, dem Tag der auch offiziell ersten U18-Europawahl, seine Stimme abzugeben, und einem Wahlbüro mit Registrierungspult, Wahlkabine und Wahlurne wurde den Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Klassen die einzigartige Gelegenheit gegeben, schon jetzt Meinung zu zeigen und sich zudem mit dem Ablauf einer späteren ‚echten‘ Wahl vertraut zu machen. Zunächst noch verhalten, dann aber im Laufe des Tages immer zahlreicher wurde der ausgewiesene Raum besucht und die Jungwähler setzten, nach Kurzeinweisung durch die Wahlhelfer, ihr erstes Kreuz auf der Original-Kandidaten-Liste. Aufregend!

Der „Europatag 2014“ war ein insgesamt sehr abwechslungsreicher und erneut besonderer Tag für die Schülerinnen und Schüler des OHG, sodass eine Schülerin aus Klasse 7 auf ihrem Laufzettel auf die Frage, was sie sich für den Europatag 2015 wünsche, so antwortete: „Wieder solch einen Tag haben!“

Miriam Beckmann, Europakoordinatorin

Mir kommt es vor, als würden sich viele Länder zurücklehnen und sich vom europäischen Netz auffangen lassen, wenn es kritisch wird. Europa nur als Sicherheitsnetz, damit man weich fällt?“ – Dies war eine der zahlreichen Schülerfragen, an denen sich der „Europatag 2014“ für die Oberstufenschüler des OHG orientierte. Es ging in die Aula, um dort mit Politikern vor der Europawahl über das Thema „Ein Ver-NETZ-tes Europa – erhöhte Chancen?!“ zu debattieren. Vertreten waren die CDU durch Herrn Herbert Reul, die SPD durch Frau Petra Kammerevert, die Partei Die Grünen durch Frau Martina Köster-Flashar, die FDP durch Frau Marie-Catherine Meyer und von der Partei Die Linke kam Herr Michael Aggelidis. Als Moderator konnten wir den ehemaligen Schuldezernenten der Bezirksregierung Düsseldorf, Herrn Gerhard Mayer, gewinnen, der sich als Mitglied der Europa-Union Haan auch auf Landesebene für ‚Europa in der Schule‘ engagiert. Vorbereitend hatten sich einige SoWi-Kurse Fragen überlegt, die sie den Politikern stellen wollten. Damit neben der eigentlichen Podiumsdiskussion noch möglichst viele davon gestellt werden konnten, wurde die Diskussion streng moderiert – Herr Mayer wusste mit dem Redebedürfnis manch eines Politikers geschickt umzugehen. Nach 3 Minuten hielt ein Schüler, der als Assistent des Moderators damit die mit wichtigste Funktion übernahm, eine Stopp-Karte hoch, woraufhin Herr Mayer die Politiker in ihrem Redefluss bremste. Das war für diese in der Form neu. Für uns Schüler war es vor allem amüsant und die kurzen Beiträge sorgten dafür, dass es nie langweilig wurde.

Homepage Europaschule Europatag 2014 Bild 2

Schnell wurde klar, dass die Parteien ungewöhnlich aufgestellt waren. Die FDP, von der nach den Wahlergebnissen ein Kurswechsel zu erwarten war, zeigte sich – ihrem Credo entsprechend – offen und liberal, dies jedoch im eigentlichen Sinne. Sie predigte die Liebe und das Miteinander als höchstes Gut, um sich eine neue Zielgruppe neben den Großunternehmern zu erschließen. Dazu passend war ihre Vertreterin eine französische Rentnerin, die nach Deutschland gekommen war, um hier zu arbeiten, weil sie von ihrer Rente alleine nicht leben konnte.

Auch Die Linke zeigte sich jugendnah und überraschte mit modernen Ideen. Wenngleich die Auslegung manch eines europäischen Abkommens auf Überraschung auch im Publikum stieß, was den CDU-Vertreter dazu veranlasste, energisch gegenzuhalten – spannend für uns!
Den einen oder anderen überzeugte auch die liberale Haltung der Grünen, als ihre Vertreterin auf die Frage eines Schülers hin kundgab, dass die Partei gegen eine Kriminalisierung von Cannabis sei.

Obwohl die Diskussion eine ausgewiesene Pro-Europa-Debatte war und Vertreter von Parteien wie Pro NRW oder der AFD ganz bewusst nicht eingeladen waren, war die Debatte kontrovers und spannend, sobald sie sich von der Frage, ob die EU als Bündnis geeignet sei, entfernte und konkrete Inhalte diskutiert wurden. Denn einig waren sich die Parteien zwar, dass die EU gut für Europa sei, jedoch nicht, wie diese Europäische Union als Gemeinschaft konkret aussehen sollte, damit es auch tatsächlich ‚gut‘ für alle sei.

Mir hat die Diskussion bei meiner Wahlentscheidung geholfen und ich denke, damit stehe ich nicht alleine da. Ich bin gespannt, wie die Europawahl ausgehen wird und freue mich auf den Europatag 2015.

Jannis Riebschläger, Q1