OHG und Israel

Mit den beiden ersten Schulfahrten nach Israel in den Jahren 1987 und 1988, damals nur von der Evangelischen Kirche unterstützt, wurde von den Initiatoren Werner Köhl und Dr. Hagen Bastian ein Projekt von besonderer Nachhaltigkeit geschaffen: Die Begegnung von Schülern und Schülerinnen des Otto-Hahn-Gymnasiums Monheim und der Shifman High School in Tirat Carmel (Israel). Während der Begriff der "Normalität" im deutsch-israelischen Verhältnis noch immer kontrovers diskutiert wird, hat die Aussöhnung zwischen den Menschen nach der Shoa hier einen lebendigen Ausdruck und fast schon eine "Selbstverständlichkeit" gefunden.

Diese Selbstverständlichkeit in der Begegnung der Schüler basiert auf diversen, von einander abhängigen "Modulen" oder "Bausteinen": 

  • Fahrtvorbereitung, Besuch der israelischen Delegation,
  • Gegenbesuch der Monheimer Schülergruppe in Israel,
  • Nachbereitung der Israelfahrt, zugleich Beginn der Vorbereitung der nächsten Gruppe

Diese Bausteine bilden die Grobstruktur unseres Israelprojektes. Aufgrund des hohen Anspruchs des gesamten Projektes wird die Begegnung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 und 12 durchgeführt. Die Gruppe wird per Los zusammengestellt, ca. 20 Schülernehmen teil. Neben landeskundlichen Zielen (Totes Meer, Negev, Korallenriffe bei Eilat) ist eine Auseinandersetzung mit der christlichen Tradition an historischen Stätten (See Genezareth, Jerusalem) gefordert. Zentraler (und damit in der Vorbereitung gewichtiger) sind die Begegnungen mit Zeitzeugen des Holocaust und die Gespräche mit ihnen, die in der Regel mit Besuchen in den Gedenkstätten Yad Vashem (Jerusalem) oder Lochamei Hagetaott (bei Akko) verbunden sind. Das "Herzstück" stellt der Besuch in den israelischen Gastfamilien in Tirat Carmel dar, mit gleichzeitigen Besuchen in der dortigen Partnerschule Shifman High School.

Die Kommunikation verläuft in der Regel in englischer Sprache. Neben dieser sprachlichen Herausforderung müssen die unterschiedlichen kulturellen Eindrücke integriert werden:

  • arabisch-islamische Kultur,
  • jüdisch-orthodoxes Leben,
  • christlichpalästinensische Araber, die ihre Rechte einfordern,
  • Überlebende des Zweiten Weltkrieges aus Konzentrationslagern,

All dies fordert die Schülerinnen und Schüler in emotionaler und intellektueller Hinsicht in einem dicht gedrängten Besuchsprogramm. In der Summe steht das Konzept der Israelfahrten nicht zur Disposition, denn mehrjährige Fahrterfahrungen haben ein sehr tragfähiges Gerüst entstehen lassen: die Reise nach Israel ist für die Teilnehmer ein Höhepunkt der Schullaufbahn. Wir haben seit 2006, hierauf aufbauend, thematische Projektarbeit auch zu gegenwartsbezogenen Themen realisieren können. Hierbei erweist sich die Teilnahme an Wettbewerben, insbesondere "Europeans for Peace", als sehr hilfreich. 2006 und 2008 wurden wir mit dem ersten Preis bei diesem internationalen Geschichtswettbewerb mit Teilnehmenden aus 18 Ländern ausgezeichnet (-> Projekt-Homepage www.europeans-for-peace.de)