Auslandspraktikum

Für viele Schülerinnen und Schüler liegt die Berufswelt in weiter Ferne. Sie haben zwar oftmals vage Vorstellungen davon, was sie später einmal werden möchten, doch wie genau der Arbeitsalltag in dem jeweiligen Berufsfeld, aber auch generell in einem Betrieb, aussieht, wissen sie nicht. Um Vorstellung und Wirklichkeit bereits früh zusammentreffen zu lassen, muss sich ‚Schule’ als Lernort im Allgemeinen und das Gymnasium als weiterführende Schule im Besonderen öffnen.

 

Neben einer Berufsorientierung als durchgängigem Prinzip von der Klasse 5 bis zum Abitur gehört das Angebot, ein schuleingebundenes Betriebspraktikum absolvieren zu können, heute fast schon zu den Standards gymnasialer Ausbildung. Die zwischen dem OHG und Unternehmen vor Ort/in den Städten im Umkreis bestehenden Kooperationen schaffen in diesem Zusammenhang den Schülerinnen und Schülern ganz besondere Möglichkeiten, in einen Beruf/einen Betrieb Einsicht zu nehmen und sich mit ihrer Zukunft genauer auseinanderzusetzen.

Betriebspraktikum – Auslandspraktikum

Die Schülerinnen und Schüler im achtjährigen Bildungsgang am Otto-Hahn-Gymnasium absolvieren in der Stufe 11 ein 14-tägiges Betriebspraktikum. Ein wesentliches Merkmal des Berufspraktikums ist die selbständige Suche und Beschaffung eines Praktikumsplatzes. Dieser sollte im Umkreis des Standortes der Schule liegen, da nur so eine persönliche Praktikumsbetreuung durch die Lehrkräfte, die die Schülerinnen und Schüler am Praktikumsplatz besuchen, gewährleistet ist.

Ausnahmen von dieser Regel werden immer dort gemacht, wo sich für Schülerinnen und Schüler einzigartige Möglichkeiten ergeben, eine sonst nur schwer zugängliche Berufswelt zu erkunden. Dies ist insbesondere bei Auslandspraktika der Fall. Auch hier muss sich selbstständig um den Praktikumsplatz beworben werden.

Das europäische Ausland bietet sich zunächst an, da hierfür die über die Schüleraustausch-fahrten nach z.B. Montreuil, Newbury oder Istanbul zustande gekommenen Kontakte genutzt werden können. Darüber hinaus ist aber auch ein Praktikum im Rahmen der Israel-Projektfahrt möglich, damit also auch international-weltweit (USA, Kanada, etc.), und die Jugendlichen können auf private Auslandserfahrungen zurückgreifen. Elternkontakte und Firmenkontakte können und sollen genutzt werden.

Praktikumsplätze im Ausland gehen primär auf die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler bzw. deren Familien zurück. Dies schließt auch ein entsprechendes finanzielles Engagement der Elternschaft mit ein, da das Otto-Hahn-Gymnasium die mit den Auslandsaufenthalten verbundenen Kosten nur teilweise übernehmen kann. Die Schule möchte alle Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, (berufliche) Erfahrungen im Ausland zu machen und ihre (Sprach-) Kompetenzen zu verbessern, sodass neben beratender eben auch finanzielle Hilfe geboten wird in der Form, dass bei entsprechendem Antrag der schuleigene Förderverein 50 % der anfallenden Reise- bzw. Fahrtkosten übernimmt.

In Zeiten fortschreitender Globalisierung ermöglichen Auslandspraktika jungen Menschen wertvolle Erfahrungen und bieten ihnen durch den Erwerb vielfältiger Kompetenzen zukünftig mehr Chancen auf dem (europäischen) Arbeitsmarkt.

Das Neue am Schülerbetriebspraktikum im Ausland

Seit Jahren schon bietet das Otto-Hahn-Gymnasium Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, das Betriebspraktikum im Ausland zu absolvieren. Bislang jedoch war ein solches Auslandspraktikum auf den selbst initiierten und individuellen Antrag der Schüler hin genehmigt worden. Im Durchschnitt machten in den vergangenen Jahren pro Jahr 12 Schülerinnen und Schüler von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Angesichts dieser konstanten Zahlen, die in den letzten zwei Jahren sogar noch leicht stiegen, hat sich das OHG entschlossen, sein Konzept zum Betriebspraktikum in der Form zu überarbeiten, dass nun offiziell auf die Möglichkeit des Auslandspraktikums hingewiesen wird und damit die Idee bzw. das Angebot allen vermittelt wird.

Erfolgreich durchgeführte Auslandspraktika

Seit 2003 ermöglicht das Unternehmen UCB Pharma GmbH (früher: Schwarz Pharma) im Rahmen des Kooperationsnetzes Schule und Wirtschaft (KSW) jedes Jahr zwei interessierten und qualifizierten Schülerinnen und Schülern ein Betriebspraktikum im europäischen Firmensitz in Shannon, Irland zu absolvieren. Während sich der Projektmanager von UCB Pharma um den reibungslosen Ablauf in Shannon kümmert, planen und organisieren die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, den Praktikumsanforderungen entsprechend, u.a. den Flug dorthin. Unterstützt werden sie dabei in allen Fragen vom Betreuungslehrer und Koordinator des OHG: „Der Sinn dieses Aufenthaltes ist es, den Schulstoff zu verlebendigen, den Horizont zu erweitern und natürlich auch sprachlich dazu zu lernen, speziell im Bereich Wirtschaftsenglisch."

Ausgewählt werden Schüler und Schülerinnen, die die Voraussetzungen zur Teilnahme erfüllen ([1]Teilnahme am Differenzierungskurs Englisch-Erdkunde in Kl. 8+9, da dort thematische Vorbereitung auf Irland; [2]Schüler/in des LK Englisch) und besonderes Interesse im Vorfeld gezeigt haben bzw. eine besondere Begabung für die englische Sprache mitbringen (Beitrag zur Begabtenförderung).

Die langjährigen und freundlichen Beziehungen des OHG zum Unternehmen UCB Pharma bieten mit dem Angebot der Berufspraktikums im Ausland den Schülerinnen und Schülern besondere Erfahrungen in einem europaweit agierenden Wirtschaftsunternehmen.

Auch die Schulpartnerschaften des OHG bieten die Möglichkeit, im zeitlichen Rahmen des Schüleraustausches, aber auch darüber hinaus praktische Erfahrungen im Ausland zu sammeln. So absolvierten während des Aufenthaltes inTirat Carmel, Israel, unterstützt durch die Partnerschule, zum einen in den Jahren 2005, 2008 und 2010 jeweils zwei Schüler/-innen ein Praktikum in der Shifman High School, wo sie im Unterricht hospitierten, eigene kleinere Sequenzen unterrichteten und das Schulleben dort hautnah erleben und aktiv mitgestalten konnten. Zum anderen bekamen ebenfalls jeweils zwei Schüler/-innen in den Jahren 2000, 2006 sowie 2010 die Gelegenheit, in der Stadtverwaltung von Tirat Carmel (Schwerpunkt: Organisation von Jugendaustausch) mitzuarbeiten. Die positiven Erfahrungen auf beiden Seiten werden auch in Zukunft für einzigartige Berufseinblicke in dem interessanten Land Israel sorgen.

Außerdem haben in den vergangenen Jahren, dies zum damaligen Zeitpunkt noch komplett eigeninitiiert, Schülerinnen und Schüler u.a. in folgenden Ländern und Berufsfeldern ein Auslandspraktikum absolviert:

  • Montreuil, Frankreich: École maternelle
  • Italien: soziale Einrichtung für Kinder und Jugendliche
  • England: Forschungsarbeit, Universität
  • Tirat Carmel, Israel: Shifman High School
  • Tirat Carmel, Israel: Stadtverwaltung
  • USA: Werbefirma
  • Ungarn: Betrieb für Augenheilkunde

 

Zukünftige Auslandspraktika

Die Beherrschung mehrerer Fremdsprachen in der Berufswelt spielt in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Neben Englisch ist auch den modernen Fremdsprachen Italienisch und Französisch daran gelegen, Schülerinnen und Schülern die besonderen Erfahrungswerte eines Auslandspraktikums zu vermitteln und sie bei der Suche nach einem Praktikumsplatz im europäischen Umland zu unterstützen. Die freundschaftlichen und nicht selten engen Kontakte, die zwischen den Schülerinnen und Schülern während der Teilnahme an den verschiedenen Austauschprogrammen zu ihren Austauschpartnern und deren Familien entstanden sind, sollen zukünftig verstärkt genutzt werden.

Im Januar/Februar 2012 absolvieren nach bisherigem Anmeldestand Schülerinnen und Schüler in folgenden Ländern Auslandspraktika:

  • Frankreich (Kontakt durch Schüleraustausch nach Montreuil)  (2x)
  • England
  • Italien
  • Spanien
  • Österreich
  • Ungarn
  • Belgien
  • Israel (Kontakt durch Projekt-/Austauschfahrt nach Tirat Carmel)
  • USA
  • Kanada