Erinnerung öffnet den Blick für die Zukunft

Gedenkstunde für die Opfer des Solinger Brandanschlags

solingen gedenkfeier kleinVor 20 Jahren, am 29. Mai 1993, sind in Solingen fünf Menschen türkischer Herkunft von Neonazis ermordet worden. Zur Erinnerung an die Opfer des rassistischen Brandanschlags fand in Zusammenarbeit der Stadt Monheim und des Otto-Hahn-Gymnasiums eine Gedenkfeier statt.

Nach der andächtigen musikalischen Eröffnung durch Elena Vélu und Oliver Drechsel forderte Daniel Zimmermann in seiner Ansprache vor allem den Mut zur Menschlichkeit und den Willen zur Solidarität. Er betont, dass wir unsere Verantwortung wahrnehmen müssen, damit sich solch schreckliche Ereignisse nicht wiederholen können. Wir alle wollen in Frieden miteinander leben, schloss sich Alaattin Bayrak, der Vorsitzende des Integrationsausschusses, Zimmermann an und stellte zum Nachdenken anregende Fragen in den Raum: Was tun wir für ein friedliches Miteinander? Haben wir persönlich den Mut zu widersprechen, wenn abfällig und verallgemeinernd über die Ausländer gesprochen wird? Haben wir die Zivilcourage einzugreifen, wenn wir beobachten, dass einem Mitmenschen Unrecht geschieht? 

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Um dem Rechtsextremismus den Boden zu entziehen, müssen wir uns mit Worten und Taten für unsere Mitbürger einsetzen. Dr. Hagen Bastian wies in seiner Rede Möglichkeiten auf, wie der Entstehung von Fremdenfeindlichkeit entgegengesteuert werden kann. Wir müssen die anderen Nationen kennenlernen, damit Vorurteile gar nicht erst entstehen können. Dies versuchen wir am Otto-Hahn-Gymnasium durch regelmäßige Austauschprogramme zu verwirklichen, so der Schulleiter. Ein Beispiel für Integration und freundschaftliche Verbundenheit stellt z.B. die türkisch-deutsche Tanzgruppe des Gymnasiums unter der Leitung von Engin Altinova dar.

Die fröhlichen Tänze der SchülerInnen stehen im Kontrast zu den vergangenen Gräueltaten und verdeutlichen damit, dass es trotz der traurigen Geschehnisse auch Hoffnung für die Zukunft gibt. Mit ihren bedächtigen Worten regten die Schülerinnen Kardelen Agcicekoglu und Sema Gergerlioglu die Zuhörer zum Nachdenken an und forderten auf das Geschehene nicht zu vergessen. Thematisch schloss sich Ayla Wessel von der Initiative Denkmal gegen Rassismus in Solingen den jungen Frauen an und zeigte den Gästen die Möglichkeit auf, dem Solinger Denkmal einen mit eigenen Worten gravierten Ring als Zeichen der Solidarität beizusteuern. Den musikalischen Ausklang leitete die türkische Gruppe Tebessum unter Leitung von Osman Yagmur ein. Im Anschluss trafen sich alle Interessierten zum vertiefenden Gespräch in der Kulisse oder schlugen in literarischen Werken nach, die thematisch passend von der Bücherstube Rossbach sowie der Bibliothek Monheim zusammengestellt wurden.