„Ich war Hitlerjunge Salomon“ Sally Perel zurück am OHG

Als Jude in der Hitlerjugend das Dritte Reich überlebt 

2013 sally perelSally Perel, heute ein 88 Jähriger Zeitzeuge des Hitler-Regimes, besuchte zum zweiten Mal das Otto-Hahn-Gymnasium. In der Aula hielt er einen bewegendenVortrag über seine höchst ungewöhnliche Lebensgeschichte und lehrte die Schülerinnen und Schüler viel über die Manipulation und die Gefahren des Nationalsozialismus.


 In seinem Vortrag erzählte er von der Flucht seiner Familie nach Polen, nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht übernommen hatten. Er berichtete von seinem tief religiösen Vater und seiner Liebe zu seiner Familie. Doch die Ruhe vor den Nationalsozialisten in Polen war nur von kurzer Dauer. 1939 fiel die Wehrmacht in Polen ein, eroberte das schutzlose Land und löste damit den 2. Weltkrieg aus.

Sally Perel und seine Familie flohen in den sowjetischen Teil Polens, doch kurze Zeit später erklärte Deutschland auch der Sowjetunion den Krieg. Dieses Mal konnte die Familie Perel nicht fliehen und er wurde von der Wehrmacht gefangen genommen. Aber Sally Perel log den Wehrmachtsoffizier an, beteuerte, dass er ein Volksdeutscher sei. Wie durch ein Wunder glaubte der deutsche Offizier dem Jungen und somit nahm Sally Perels Leben eine interessante Wendung. Er wurde unter dem Decknamen 'Josef Perjell' ein Mitglied der Hitlerjugend und regelrecht zu einem Nationalsozialisten erzogen. In ihm entstanden zwei Persönlichkeiten: eine jüdische, die den Deutschen misstraute, und eine nationalsozialistische, die sich einen Endsieg des deutschen Reiches wünschte.

Mit dieser gespaltenen Persönlichkeit lebte Sally Perel bis zum Ende des Krieges. Während seiner Zeit als Hitlerjunge erlebte er viele Dinge, die er in seinem Buch 'Ich war Hitlerjunge Salomon' beschreibt.

Sally Perels Vortrag war fantastisch, teilweise erschreckend und vor allem lehrreich und tiefgründig. Er war zwischendurch witzig, und dann wieder ganz ernst. Denn trotz seines hohen Alters, ist Sally Perel im Herzen immer noch jung. Seinen Vortrag beendete er mit dem Satz: „So, jetzt seid ihr Zeitzeugen. Denn ihr habt die Geschichte noch von einem erfahren, der es gesehen hat, der es erlebt hat. Bitte gebt die Geschichte weiter. Denn nur wer aus der Vergangenheit lernt, kann eine gute Zukunft haben.“

Alexandros Moutsokapas