Bilingualer Unterricht am OHG

Das Otto-Hahn-Gymnasium hat als einen Profilschwerpunkt seit dem Schuljahr 2013/2014 einen bilingualen Bildungsgang eingerichtet mit dem Ziel, als Europaschule Schülerinnen und Schülern durch ein erweitertes Unterrichtsangebot die Fähigkeit zu vermitteln, die englische Sprache in vielfältigen Situationen anwenden zu können.

Der bilinguale Unterricht bereitet die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise auf die sprachlichen und kulturellen Gegebenheiten in einem zusammenwachsenden Europa sowie im Zuge der zunehmenden Globalisierung vor. Folglich trägt der bilinguale Unterricht auch dem wachsenden Bedürfnis nach sicherer Beherrschung der englischen Sprache in vielfältigen Wissensgebieten als Vorbereitung für das Berufsleben oder ein Studium Rechnung.

Im erweiterten Englischunterricht der Klassen 5 und 6 werden die Schülerinnen und Schüler sukzessive sprachlich, methodisch und inhaltlich auf die bilingualen Sachfächer (Erdkunde und Geschichte) vorbereitet. Jeder, der sich für das Fach Erdkunde begeistert und Spaß an der englischen Sprache hat, ist also gerne eingeladen sich nach der 6. Klasse für den bilingualen Bildungsgang zu entscheiden.

Inhalte und Bewertung

Dem bilingualen Sachfachunterricht liegen die Lehrpläne des jeweiligen Sachfaches zu Grunde, es wird dort also auch die Leistung im Sachfach bewertet und benotet. Der bilinguale Unterricht ist an die Lehrpläne des jeweiligen Sachfaches gebunden und somit auch in das allgemeine Unterrichtsangebot unserer Schule eingebettet. Deshalb nimmt er keine Sonderstellung ein, sondern ist integrierter Bestandteil des Schullebens. Er soll jedoch in spezifischer Weise dazu beitragen, durch Perspektivwechsel und die besondere Auswahl der Medien die eigene Lebenswirklichkeit zu reflektieren und somit Vorurteile und Klischees zu überwinden.

Durch den erhöhten Stundenanteil der in englischer Sprache unterrichteten Fächer werden Kommunikationsfähigkeit und Sprachkompetenz in der Fremdsprache in mündlicher und schriftlicher Form gefördert, sodass die Schüler in der Lage sind, die Fremdsprache nicht nur in Alltagsituationen, sondern auch in Fachgesprächen und Diskussionen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwenden.

In der Sekundarstufe I stehen für den bilingualen Sachfachunterricht inzwischen in der Regel englischsprachige Lehrwerke deutscher Schulbuchverlage zur Verfügung, die besonders auf die Erfordernisse bilingualer Lerner abgestimmt sind und mit den Lehrplänen übereinstimmen. Hinzu kommen, wie in der Sek. II, Schulbücher aus englischsprachigen Ländern und von den Lehrkräften zusammengestellte Materialien.

Durch das erhöhte Stundenvolumen ergeben sich erweiterte Möglichkeiten der Differen-zierung in Arbeitstechniken und Methoden des Unterrichts als auch in der Auswahl von Unterrichtsinhalten im Hinblick auf Zusatzmaterialien wie Lektüren oder Projekte. Diese Möglichkeiten fördern Kreativität und Teamfähigkeit und verschaffen ein verstärktes Verständnis für andere, insbesondere für die angelsächsische Kultur und Mentalität (interkulturelle Kompetenz).

Bei der Bewertung der Schülerleistungen in den bilingualen Sachfächern werden in erster Linie die gezeigten sachfachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten beurteilt. Die fremdsprachliche Leistung wird zusätzlich erbracht. Das heißt, die Sachäußerung steht im Vordergrund, nicht die Sprachrichtigkeit. Sprachliche Fertigkeiten werden jedoch ebenso in Bezug auf Fachterminologie und Kommunikationsfähigkeit bewertet, wie es im nicht-bilingualen Unterricht auch der Fall ist.

Alle Lehrkräfte, die am OHG Sachfächer bilingual unterrichten, sind sowohl für Englisch als auch das jeweilige Sachfach qualifiziert und haben sich während ihrer Ausbildung oder im Rahmen von Fortbildungen mit den Besonderheiten bilingualen Sachfachunterrichts weiter gebildet.

Für welche Schüler?

Das bilinguale Angebot richtet sich vorrangig an Schülerinnen und Schüler, die im Fach Englisch „sehr gute“ Leistungen erzielen. Bei allen anderen Interessenten kommt das Losverfahren zur Anwendung. Dem Anmelde- und Losverfahren geht selbstverständlich ein Beratungsprozess durch die Englisch- und Klassenlehrer voraus. Weil dieses zusätzliche Angebot auch mit zusätzlicher Anstrengung verbunden ist, sollen in den Beratungsgesprächen nicht allein die Leistungsstärke der einzelnen Schülerinnen und Schüler herausgestellt werden. Auch ihre persönlichen Stärken wie Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, Engagement, Zielstrebigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Interesse am Sprachenlernen sollten ergründet und berücksichtigt werden, da diese Eigenschaften für die Aufnahme in eine bilinguale Lerngruppe neben den „sehr guten“ Leistungen im Englischen von großer Bedeutung sind. Daher berät zum Halbjahreszeugnis der Klasse 6 die Versetzungskonferenz, für welche Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer fachlichen Leistung im Englischen und ihres gesamten Leistungsbildes die Fortsetzung der bilingualen Laufbahn sinnvoll und möglich ist. Die Teilnahme erfolgt schließlich auf Antrag der Eltern.

Weitere Informationen:

http://www.schulministerium.nrw.de

http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de

http://www.kmk.org/

Aufbau

5 & 6. Klasse

In allen Klassen der Jahrgangsstufen 5. und 6. wird eine mögliche Teilnahme am bilingualen Bildungsgang im Rahmen des erweiterten Englischunterrichts gewährleistet. Mithilfe einer Zusatzstunde werden die Grundlagen zum Verständnis des in Klasse 7 einsetzenden bilingualen Sachfachs Erdkunde gelegt.

Alle Sachfächer sind auf Deutsch.

Ab dem kommenden Schuljahr werden vorrangig Schülerinnen und Schüler, die im Fach Englisch „sehr gute“ Leistungen erzielen, in den bilingualen Zweig aufgenommen.

7. Klasse

Im Rahmen eines Kurssystems setzt in der Klasse 7 Erdkunde als erstes Sachfach in englischer Sprache mit deutschen Anteilen (zweistündig) ein und baut schrittweise fachsprachliches und fachmethodisches Arbeiten in der Partnersprache auf.

Die anderen Fächer finden im Klassenverband nach Stundentafel statt.

8. Klasse

In der Klasse 8 folgt Geschichte als zweites bilinguales Sachfach (zweistündig) im Kurssystem. Erdkunde wird nach Stundentafel bilingual unterrichtet.

In beiden Fächern erhalten die Schülerinnen und Schüler neben dem deutschen Lehrwerk englischsprachige Unterrichtsmaterialien, mit deren Hilfe die durch die Kernlehrpläne und das schulinterne Curriculum festgelegten Sachverhalte erarbeitet werden.

9. Klasse

In der Stufe 9 werden beide Sachfächer - Erdkunde und Geschichte - nach Stundentafel im Kurssystem unterrichtet.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein Zertifikat über die Teilnahme eines bilingualen Bildungsgangs in der Sekundarstufe I und können sie für die Fortführung in der Oberstufe mit dem Ziel der Absolvierung eines bilingualen Abiturs (in bili Geschichte) entscheiden.

Beim Eintritt in die Oberstufe entscheiden die Schülerinnen und Schüler, ob sie die Bilingualität fortsetzen möchten. Ist das bei einer ausreichenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern der Fall, belegen diese in der Einführungsphase einen Grundkurs Englisch und beide fortgeführte bilinguale Sachfächer (Erdkunde und Geschichte). In der Qualifikationsphase wählen sie schließlich einen Leistungskurs Englisch und das als Grundkurs fortgeführte bilinguale Sachfach (Geschichte). In diesem Grundkurs legen sie das bilinguale Abitur entweder schriftlich (3. Abiturfach) oder mündlich (4. Abiturfach) in englischer Sprache ab. Sie erhalten eine Bescheinigung zum Abschlusszeugnis, die die Fächer und Jahrgangsstufen, in denen sie am bilingualen Unterricht teilgenommen haben, ausweist.

Ziele

Das Otto-Hahn Gymnasium ist eine Europaschule mit deutsch-englisch bilingualem Bildungsgang, in dem Schülerinnen und Schülern durch ein erweitertes Unterrichtsangebot die Fähigkeit erwerben können, die englische Sprache in vielfältigen Situationen anzuwenden.

Dies gelingt, indem Schülerinnen und Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe in der Fremdsprache Englisch Sachverhalte in Lernbereichen wie Erdkunde und Geschichte unterrichtet werden.

Der bilinguale Unterricht bereitet die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise auf die sprachlichen und kulturellen Gegebenheiten in einem zusammenwachsenden Europa sowie auf künftige Herausforderungen im Zuge der zunehmenden Globalisierung vor. Folglich trägt der bilinguale Unterricht auch dem zunehmenden Bedürfnis nach sicherer Beherrschung der englischen Sprache in vielfältigen Wissensgebieten als Vorbereitung für das Berufsleben oder ein Studium Rechnung. Viele Hochschulen und Fachhochschulen in Deutschland bieten mehrsprachige Studiengänge an (z.B. International Studies of Technology an der FH Aachen, International Law an der Universität Münster) und haben britische Partnerhochschulen, an denen ein Teil des Studiums absolviert wird. Den Abiturienten mit englisch-bilingualem Abitur wird in der Regel die Spracheingangsprüfung für diese Studiengänge erlassen.

Indem bilingualer Sachfachunterricht in der Sek. I in stetig steigendem Maße, in der Sek. II dann ausschließlich, in der Zielsprache durchgeführt wird, trägt dies  zur erweiterten Handlungssicherheit im Englischen erheblich bei.

Allerdings erschöpft sich der „Mehrwert“ des bilingualen Unterrichts nicht in der vertieften Sprachkompetenz. Da bilingual ausgebildete Schülerinnen und Schüler sich kontinuierlich mit englischen oder amerikanischen Sichtweisen auf historische, politische, geografische oder wirtschaftliche Sachverhalte auseinandersetzen, bekommen sie deutlich mehr Angebote und Anreize, um interkulturelle Perspektiven zu erfahren und Reflexionsfähigkeit zu erwerben. Zudem bereichern unser Austauschprogramm nach Newbury (GB) in der 9. Jahrgangsstufe sowie die Möglichkeit des Erwerbs des CAE Zertifikats/CertiLingua den bilingualen Zweig. Nicht zuletzt kann man festhalten, dass all diese Möglichkeiten und Erfahrungen die soziokulturelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler fördern sowie das Selbstbewusstsein dieser jungen Menschen stärken.