Ein Amerikaner in Monheim

Austauschschüler aus Puerto Rico besuchte für ein Jahr das OHG

Bildschirmfoto vom 2016 06 28 211240César mit seinen neuen Freunden vor dem Kölner Dom

27.6.2016 César Guerrero kam im August letzten Jahres aus den USA nach Deutschland, um hier als CBYX-Stipendiat sein Auslandsjahr zu verbringen. Hier in Monheim lebte er in einer Gastfamilie und besuchte die Jahrgangsstufe 10 des OHG.

Der Congress-Bundestag Youth Exchange (CBYX) bzw. das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein einjähriges Jugendaustauschprogramm, das 1983 durch den Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika und den Deutschen Bundestag mit dem Ziel des kulturellen Austausches und der Vertiefung der Freundschaft zwischen den beiden Staaten initiiert wurde. Jedes Jahr reisen im Rahmen dieses Projektes circa 350 Schüler und junge Berufstätige in das jeweils andere Land. Auch mehrere Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums hatten in der Vergangenheit schon das große Glück, an diesem Stipendienprogramm teilnehmen zu dürfen.

César wurde durch eine Informationsveranstaltung an seiner Schule auf das Programm aufmerksam und war sofort von dem Gedanken, ein Jahr in Europa zu verbringen, neue Leute treffen zu können und eine neue Sprache zu erlernen, fasziniert. „Klingt interessant!“, dachte er sich und bewarb sich bald darauf erfolgeich um das Stipendium. Im Sommer hieß es dann Koffer packen, die weite Reise über den Atlantik antreten und den „German Way of Life" hautnah erleben. Auf die Trennung von seiner Familie in Puerto Rico hatte César sich zuvor schon eingestellt, da er seine Heimat nach seinem Schulabschluss ohnehin verlassen hätte, um die Universität zu besuchen.

Nach seiner Ankunft in Deutschland erhielt er gemeinsam mit anderen Stipendiaten einen dreiwöchigen Deutschintensivkurs auf Schloss Wittgenstein. „Das war das erste Mal, dass ich mit der deutschen Sprache in Kontakt kam. Natürlich war ich erstmal geschockt, besonders von den vier Fällen im Deutschen, aber nach einiger Zeit habe ich mich eingefunden.“, beschrieb er seine Erfahrungen. In seiner Gastfamilie, die er zuvor schon über Email-Austausch und Facebook kennengelernt hatte, lebte er sich schnell ein. „In der Schule war es zu Beginn etwas schwieriger, da ich die Sprache nicht konnte, allerdings fand ich trotzdem bald Freunde!“, erzählte César über seine ersten Schulwochen.

Auf die Frage nach den größten Unterschieden zwischen Deutschland und Puerto Rico fielen César spontan drei Aspekte ein: Zum einen nannte er den gut ausgebauten öffentlichen Personenverkehr, der ihm, wie er belustigt festellte, „das Gefühl vermittelte, in dem gesamten Jahr gerade viermal im Auto unterwegs gewesen zu sein“. Auch musste er die Erfahrung machen, dass die Witterungsverhältnisse sich deutlich von denen in seiner karibischen Heimat unterschieden: „Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie hier in der Zeit von September bis Januar! Ich hatte nicht die richtige Kleidung für das Klima hier.“, erklärte er lachend. Ein weiterer Bereich, der Anpassung erforderte, war die deutsche Ernährung, wobei dies César nicht schwer fiel und er bald in Leberkäse und Bratkartoffeln sein Lieblingsgericht gefunden hatte. „Sauerkraut mag ich allerdings gar nicht!“, erklärte er entschieden.

Der Gastschüler reiste viel und erkundete nicht nur nahe gelegene Städte wie Köln und Düsseldorf, sondern auch Berlin, Hamburg, Rostock, München, Amsterdam, Paris und Prag.

Im Juli wird César nach einem Jahr des Eintauchens in eine andere Kultur wieder zurück in Puerto Rico sein. Er beabsichtigt, ein Studium der Politologie mit dem Nebenfach Deutsch aufzunehmen und ist überzeugt, dass die vielfältigen Erfahrungen aus seinem Austauschjahr in Deutschland ihm auf seinem weiteren Lebensweg von Vorteil sein werden.

Sarah Derballa

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